Das in Anlehnung an das ZHOUYI, dem „Urtext“ des I-Ging konzipierte Sprachspiel für Android und iOS gibt dir mitunter recht launige Anregungen zur Lösung ernster Probleme. Je nach Sprachvoreinstellung deiner Geräte erhältst Du eine deutsche oder englische Ausgabe.
 

Das Spiel wird gestartet, indem Du zunächst:

  1. die angezeigten Werte für Datum und Zeit nimmst,

  2. dir dann die Frage sorgfältig überlegst (beginnend am besten etwa mit: wieso, weshalb, warum) und eintippst. - Vermeide Fragen, die nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können.

  3. Du erhältst sofort eine Antwort (sowie zwei Zahlen, die einem Hexagramm und der bestimmenden Linie entsprechen – genaueres darüber erfährst Du weiter unten).

  4. Fertig!

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Beispiel:

Zunächst eine kurze Erläuterung des ZHOUYI:

Der „Urtext“ des I-Ging (teilweise auch I Ching geschrieben), das ZHOUYI, ist eine vor etwa 3000 Jahren in China zusammengestellte Spruchsammlung, deren Kern aus 64 „Kapiteln“ (Hexagrammen) mit jeweils sechs Text-Zeilen, den bestimmenden Linien, besteht. Die sechs Zeilen sind wiederum in zwei Gruppen (das untere und das obere Trigramm) zu je drei Zeilen aufgeteilt. Eine der Zeilen erhältst Du schließlich als Antwort. Die vordere der beiden vom Programm ausgegebenen Zahlen bezeichnen das Hexagramm und die hintere die bestimmende Linie. Damit könntest Du in einer I-Ging Buchausgabe deiner Wahl eine ausführlichere, traditionelle Antwort aufsuchen.

Methode:

Die Entwicklung dieses Sprachspiels erfolgte in Anlehnung an das alt-chinesisch Weisheitsbuch, das I-Ging. Nach einem bestimmten Algorithmus werden das untere Trigramm, das obere Trigramm sowie die bestimmende Linie nach den Anweisungen des chinesischen Philosophen der Sung Dynastie, Shao Yong (1011 – 1077 n.Chr.) berechnet.

Texte:

Die Antworten orientieren sich u.a. an den Linienkommentaren der Palastausgabe des I-Ging, die 1715 für den Kaiser Kangxi besorgt wurde, und mir in den Interpretationen des taoistischen Gelehrten Liu I-ming (1734 – 1821) sowie des christlichen Sinologen Richard Wilhelm (1873 – 1930) vorliegen.

Hauptsächlich aber beziehe ich mich auf die außergewöhnliche Übersetzung von Richard Alan Kunst (The Original Yijing, University of California, Berkeley, 1985). - Fand ich Sprichwörter, deren Bedeutungsfelder sich mit denen der Linientexte entweder decken, zumindest aber überschneiden, habe ich diese verwendet und so versucht, die "Anthologie der Omen und ihrer Vorhersagen, populäre Sprüche und Naturweisheiten" (R.A.Kunst) des ZHOUYI nachzuempfinden. - Daraus ergab sich dann ein relativ eigenständiger Kanon von Antworten, der an das ZHOUYI erinnert, dessen Systematik aber so stringent nachahmt, dass es möglich wird, nach Shao Yongs Richtlinien darauf zuzugreifen. - Somit wird auch deutlich, dass es sich bei dem Sprachspiel keinesfalls um eine Neuauflage des I-Ging handelt, sondern vielmehr eine Gelegenheit zur Katharsis auf Art des I-Ging bietet.

Die Affinität zum „Urtext“ wurde zudem anhand der Übersetzung von Edward L. Shaughnessy, (I Ching, Ballantine Books, New York 1997) beurteilt, die auch das1975 gefundene Mawangdui-Manuskript aus dem Jahr 190 v.Chr. berücksichtigt.

Quelltext unter dem Beispiel: Zhouyi Yinde,

Havard-Yenching Institute Sinological Index Series, Supplement No.10, October 1935.

Peiping (Beijing), China

Bei der Zusammenstellung der Texte ging mir Verstehbarkeit stets vor Authentizität. Mögen mir die genialen chinesischen Urheber des ZHOUYI und Richard Wilhelm, durch dessen epochale Schöpfung „I-GING, Das Buch der Wandlungen“ (Jena 1924, verlegt bei Eugen Diederichs), ich auf das ZHOUYI aufmerksam wurde, verzeihen.
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